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Historie
Entwicklung der Volksbank eG
Die Wurzeln der Volksbanken
Das 19. Jahrhundert war eine Zeit des vollständigen Umbruchs. Die Bevölkerungsexplosion, die industrielle Revolution und ver- bunden damit auch die wirtschaftliche Entwicklung führten zu Umwälzungen, die auch das Bankwesen betrafen.
Mit der Französischen Revolution war sich das Volk seiner Kraft bewusst geworden. Es wollte nicht nur teilhaben an der Macht und Wirtschaft, sondern auch mitgestalten. Die Voraussetzungen
dafür waren freilich schlecht, weil die einfachen Leute, die Handwerker, aber auch die Bauern über kein Kapital verfügten und durch die Industrialisierung vielfach in die Armut
getrieben wurden. Das war die Geburtsstunde der Genossenschaften.
Es waren vor allem zwei Männer, die diesen zum Durchbruch verhalfen: Hermann Schulze-Delitzsch (oberes Bild) und Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Beide bemühten sich unabhängig
vonein- ander, das Los der Bauern und Handwerker zu lindern, der Eine in Sachsen, der Andere am Rhein. Die Idee der Genossenschaften ist uralt, aber diese beiden Männer brachten das Konzept in
eine neue Form. Schulze-Delitzsch gründete 1849 eine Schuhmacher- genossenschaft in Delitzsch. Deren Erfolg bewog ihn, sich für Spar- und Konsumvereine stark zu machen, sowie für
Kredit- und Vorschussvereine einzutreten, die das Ziel verfolgten, Geld für Investitionen bereitzustellen. Aus diesen Vereinen sind die Volksbanken hervorgegangen.
Parallel dazu entwickelte Raiffeisen seinen „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“ und schließlich 1864 den „Heddersdorfer
Darlehnskassenverein“, der zum Grundmuster für viele Genossenschaftsbanken wurde. Zum Erfolg der Genossenschafts- banken trug bei, dass sie nicht auf die vergleichsweise wohlhabenden
Städte beschränkt blieben, sondern sich gerade auf dem Land ver- breiteten. Gerade die Raiffeisenbanken verhalfen den Bauern nicht nur zu Geld, sondern auch zu Maschinen oder Saatgut.
Politisch wurden die Institute durch das Gedankengut der aufkommenden Arbeiter- bewegung begünstigt. Hier trat ein Genosse für den anderen ein; die Stimmrechte in der Genossenschaft waren
gleich verteilt - unabhängig davon, ob ein Genosse arm oder reich war. Eine Regelung, die heute noch Bestand hat.
Die Genossenschaftsbanken, ob Volksbanken oder Raiffeisenbanken, Spar- und Darlehenskassen, unterscheiden sich auch heute noch von den klassischen Kreditinstituten unter anderem dadurch, dass
ihr Hauptzweck nicht die Erzielung von Gewinn ist.
„Die Förderung des Erwerbs oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder“ ist Zweck und Ziel einer jeden Genossenschaft. So heißt es im Genossenschaftsgesetz. Der Dienst am Mitglied
und Kunden ist damit die Richtschnur unseres Handelns. Rückblickend lässt sich sagen, dass Genossenschaftsbanken maßgeblich zur Industria- lisierung und Entwicklung Deutschlands
beigetragen haben. Ohne sie hätte sich das Land wirtschaftlich kaum in eine Reihe mit dem „Industriestaat“ Großbritannien katapultieren lassen. Von Deutschland aus
verbreitete sich das Genossenschaftsmodell in viele andere Länder.
Mit über 20 Millionen Mitgliedern bilden Genossenschafts- unternehmen die stärkste Wirtschaftsorganisation Deutschlands. Im heimischen Wirtschaftsleben sind sie mit ihrer traditionell
dezentralen Ausrichtung vor allem als Partner des Mittelstands eine feste Größe. Innerhalb der genossenschaftlichen Orga- nisation stellen die Kreditgenossenschaften mit 30 Millionen
Kunden und mehr als 16 Millionen Mitgliedern die größte Gruppe dar.
Mehr als die Hälfte der rund 30 Millionen Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken sind auch Mitglied bei ihrer Bank. Inzwischen fast jeder vierte Erwachsene in Deutschland. Weltweit hat
keine andere Unternehmensgruppe einen vergleichbar breit gestreuten Anteilsbesitz. Darauf sind wir stolz. Die Mitgliedschaft ist das Fundament der genossenschaftlichen Unternehmens- verfassung.
Deren 150-jährige Erfolgsgeschichte ist Ansporn und Verpflichtung zugleich.
Mitglieder sind Miteigentümer, Träger und Kunden ihrer Bank. Als Miteigentümer sind sie Kapitalgeber und Gewinnbeteiligte. Als Träger sind die Mitglieder in den demokratischen
Entscheidungs- prozess des Unternehmens eingebunden: Auf der Generalver- sammlung hat jedes Mitglied eine Stimme – unabhängig von der Höhe seiner Kapitalbeteiligung.
Mit der Mitgliedschaft verbinden wir einen hohen Anspruch an uns selbst: Mitglieder dürfen mehr von uns erwarten als starke Finanzdienstleistung und kompetente Beratung. Wir wollen es unseren
Mitgliedern leichter machen, sich Wünsche zu erfüllen und Vorteile zu genießen. Als Kunden steht also den Mitgliedern das Produkt- und Leistungsspektrum ihrer Bank und des
Finanzverbunds zur Verfügung.
Die Genossenschaften auf der lokalen Ebene werden in wirtschaft- lichen Belangen von den Genossenschaftsverbänden auf Landes- und Bundesebene unterstützt. Außerdem beraten und
prüfen sowohl die Regionalverbände die Genossenschaften in organisa- torischen, betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen.
Mit 1.232 Instituten und rund 14.000 Bankstellen bilden die deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken eines der dichtesten Bankservice-Netze Europas.
Die Wurzeln unserer Volksbank
Auch in unserem ländlichen Raum wurden Genossenschafts- banken, so genannte „Spar- und Darlehenskassen“ gegründet. So zum Beispiel im Jahr 1892 in Kutenholz-Mulsum, im Jahr
1924 in Farven-Byhusen und im Jahr 1925 in Kutenholz und in Fredenbeck.
Aus diesen vier Banken ist im Laufe der Jahre auch die heutige Volksbank eG (eG = eingetragene Genossenschaft) mit Sitz in Fredenbeck entstanden. Zunächst fanden sich Ende der sechziger Jahre
jeweils die Spar- und Darlehenskassen aus Byhusen und Kutenholz sowie aus Mulsum und Fredenbeck zusammen. In den siebziger Jahren änderten sie ihre Firmennamen dann in Volksbank eG. Der Name
ist kürzer und einprägsamer. Beim letzten Zusammenschluss im Jahr 1986 wurde dann aus den beiden Banken die heutige Volksbank eG, Fredenbeck, mit ihren beiden
Geschäftsstellen in den Orten Kutenholz und Mulsum
Bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts standen das Waren-, Maschinen- und Viehgeschäft noch im Vordergrund der geschäftlichen Aktivitäten. Diese Bereiche wurden dann
aber abgegeben an die heutige Stader Saatzucht eG, einem der großen genossenschaftlichen Landhandelsunternehmen in Deutschland. Durch den Zuzug vieler Neubürger in unsere Region wurde
jetzt neben der Betreuung unserer landwirtschaftlichen Kunden die Betreuung der Arbeitnehmer, des Handel, des Handwerks und der Freiberufler unsere Hauptaufgabe. Eine individuelle Beratung und das
Angebot von Problemlösungen haben bei uns Priorität. Heute sind wir ein Allfinanzinstitut. Wir bieten unseren Kunden eine breite Palette an Finanzdienst- leistungen aus einer Hand.
Dafür sorgt die enge Zusammenarbeit mit leistungsfähigen Spezialinstituten im genossenschaftlichen Finanzverbund.
Als eigenständiges Unternehmen sind wir als Volksbank in besonderer Weise im regionalen Wirtschaftsleben verwurzelt. Unsere besonderen Stärken sind die genaue Kenntnis des Marktes und der
persönliche Kontakt zu den Menschen in der Region.
In unserer Bank beschäftigen wir heute etwa 25 Personen, darunter durchschnittlich immer drei Auszubildende. Soweit es die Betriebsabläufe erlauben, können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch Teilzeitarbeitsplätze besetzen. Besondere Bedeutung hat die laufende Qualifizierung. Die hohen Ansprüche an eine qualifizierte Kundenberatung erfordern eine permanente Wissensanpassung. Auch hier stellt der genossenschaftliche Verbund ein sehr umfangreiches Fortbildungsangebot zur Verfügung.
Unser Geschäftsgebiet sind schwerpunktmäßig die Samtgemeinde Fredenbeck und die Gemeinden Farven und Heinbockel-Hage- nah. Etwa 15.000 Menschen leben in dieser Region. Darüber hinaus stehen wir selbstverständlich auch allen Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis Stade und dem Altkreis Bremervörde (heute der nördliche Teil des Landkreises Rotenburg/Wümme) gerne zur Verfügung.
Wir betreuen etwa 6.000 Kunden aller Altersgruppen. Davon sind 2.300 gleichzeitig auch Mitglied unserer Bank. Zurzeit stehen unseren Kunden ca. 54 Mio. Euro Kredite zur Verfügung. Darüber hinaus werden weitere Kredite in Höhe von über 20 Mio. Euro über uns bei unseren Verbundpartnern in Anspruch genommen. Andererseits unterhalten unsere Kunden bei uns ca. 50 Mio. Euro Guthaben. Weitere ca. 31 Mio. Euro Guthaben sind in Wertpapieren, als Werte in Lebensversicherungen, in Investmentfonds oder als Bausparguthaben angelegt.
Vielleicht dürfen auch wir Sie bei uns als Kundin oder Kunden in Kürze begrüßen. Und vielleicht entschließen auch Sie sich dazu, als Mitglied unserer Gemeinschaft anzugehören.
Für die Zukunft planen wir den Zusammenschluss unserer Bank mit unserer Nachbarbank, der Volksbank eG in Oldendorf. Beide Banken sind im ländlichen Raum im Landkreis Stade tätig.
Identische Kundenstrukturen und damit auch eine gleichlautende Geschäftspolitik, ähnliche Bankgrößen sowie personelle Besetzungen lassen diesen Schritt in die richtige Richtung
gehen. Ziel ist es, mit schlankeren Kostenstrukturen die Leistungsfähigkeit der Bank im Interesse unserer Mitglieder und Kunden zu erhalten und weiter auszubauen. Nachdem bereits im Jahr 2008
die grundsätzlichen Themen sehr einvernehmlich und erfolgreich abgeschlossen wurden, werden derzeit die technischen Vorbereitungen getroffen. Als Termin haben wir uns den 01. Januar 2010 als
Ziel gesetzt, die Beschlussfassungen durch die Generalversammlungen sollen im ersten Halbjahr 2010 erfolgen.
Stand: 29. Dezember 2008
Aktuelles
Veränderung in Mulsum
"Liebe Kunden, von Zeit zu Zeit gibt es Veränderungen. Herr Böhnke... weiter
Sicherheit im Internet
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